Dieses Dokument beschreibt die Installation des X-Window Systems auf Debian GNU/Linux Arbeitsrechnern sowie die Konfiguration von festplattenlosen (dummen) X-Terminals.
apt-get install xorg gnome kde xfce wmaker evilwm fvwm blackbox
Damit auch andere Rechner im Netz, wie zum Beispiel X-Terminals,
eine Sitzung auf der Workstation eröffnen können, muß man das
XDMCP
aktivieren. Dies kann man entweder über die grafische
Oberfläche des Anmeldungsmanagers erledigen oder die Konfigurationsdatei
/etc/gdm/gdm.conf von Hand editieren:
# /etc/gdm/gdm.conf ... [xdmcp] Enable=true Willing=/etc/gdm/Xwilling
Das LTSP ermöglicht den Betrieb festplattenloser X-Terminals. Beim Starten von Diskette oder Boot-ROM holt sich das Terminal zunächst per DHCP eine IP-Adresse, dann per TFTP einen Kernel inclusive initialer RAM-Disk und montiert schließlich das Wurzeldateisystem per NFS.
apt-get install tftpd ltsp-doc ltsp-core-i386 ltsp-kernel-i386 ltsp-x-core-i386 ltsp-x-fonts-i386
Boot-ROMs für die
verschiedenen Netzwerkkarten kann man bei
Rom-o-matic.net
herunterladen und anschließend per cat(1) auf Diskette
befördern oder, falls die nötige Hardware vorhanden ist, auf ein
ROM brennen. Mehr ist auf der
Seite des Terminals nicht zu tun.
Serverseitig konfiguriert man zuerst den DHCP-Dienst, für jedes Terminal muß man die Hardware-Ethernet-Adresse eintragen, diese bekommt man beispielsweise bei einem ersten Startversuch des Terminals mitgeteilt.
# /etc/dhcp3/dhcpd.conf
...
# LTSP
use-host-decl-names on;
option root-path "192.168.23.2:/opt/ltsp/i386";
host ws001 {
hardware ethernet 00:80:C8:FB:C5:EB;
fixed-address 192.168.23.11;
filename "/tftpboot/lts/vmlinuz-2.4.22-ltsp-1";
}
...
Damit der Kernel im Verzeichnis /tftpboot/ gefunden
wird, muß die Datei /etc/inetd.conf
korrigiert werden.
# /etc/inetd.conf tftp dgram udp wait nobody /usr/sbin/tcpd /usr/sbin/in.tftpd
Das per NFS freizugebende Wurzeldateisystem sowie ein optionaler
Auslagerungsbereich wird in /etc/exports
eingetragen.
# /etc/exports /opt/ltsp/i386 192.168.23.0/24(ro,no_root_squash,async) /var/opt/ltsp/swapfiles 192.168.23.0/24(rw,no_root_squash,async)
Die Hardware des Terminals wird in der Regel automatisch erkannt
und der X-Server automatisch konfiguriert, individuelle Anpassungen
kann man in der Datei /etc/ltsp/lts.conf
vornehmen.
# /etc/ltsp/lts.conf -> /opt/ltsp/i386/etc/lts.conf [Default] SERVER = 192.168.23.1 XSERVER = auto X_MOUSE_PROTOCOL = "PS/2" X_MOUSE_DEVICE = "/dev/psaux" X_MOUSE_RESOLUTION = 400 X_MOUSE_BUTTONS = 3 XkbModel = pc104 XkbLayout = de USE_XFS = N LOCAL_APPS = N RUNLEVEL = 5
Mit Synergy kann man dieselbe Tastatur und Maus über Rechnergrenzen hinweg nutzen, indem man den Mauszeiger einfach über die Bildschirmgrenzen hinweg verschiebt. Dies funktioniert unter Unix, Windows und MacOS X, inclusive Copy & Paste. Auf dem Rechner, an den die Tastatur und Maus angeschlossen ist, läuft der Synergy Server, der über die Eingaben über das Netzwerk an den gerade aktiven Synergy Client sendet.
Die Konfigurationsdatei des Synergy-Servers listet zuerst die Hostnamen der beteiligten Rechner auf und legt dann die Anordnung der Bildschirme fest. Im folgenden Beispiel ist rechner-1 der Server, rechts von dessen Monitor steht der Monitor von rechner-2.
# /etc/synergy.conf
section: screens
rechner-1:
rechner-2:
end
section: links
rechner-1:
right = rechner-2
rechner-2:
left = rechner-1
end
Solange kein Init-Skript existiert wird der Synergy-Server
über /etc/gdm/Init/Default gestartet:
# /etc/gdm/Init/Default synergys
Auf allen Rechnern muss der Synergy-Client
laufen. Damit die Übertragung bereits im Display-Manager
funktioniert, wird der Client sowohl für die Anmeldung in
/etc/gdm/Init/Default als auch die Sitzung in
/etc/gdm/PreSession/Default gestartet. Als
Parameter genügt der Hostname des Synergy-Servers.
# /etc/gdm/Init/Default # /etc/gdm/PreSession/Default synergyc rechner-1
Die Clients lesen die Konfiguration zentral vom Server.